Der Wernesgrüner Sachsenpokal ist der Vereinspokal-Wettbewerb im sächsischen Verbandsgebiet. Teilnahmeberechtigt sind alle „ersten“ Mannschaften im Spielbetrieb der 3. Liga, der Regionalliga, der Oberliga, der Landesliga und der Landesklassen (Nord, Ost, Mitte, West) sowie die 13 Kreispokalsieger.

Die Teams spielen im K.O.-System den Pokalsieger aus. Dieser ist in der darauffolgenden Spielzeit für die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals qualifiziert. Falls der Pokalsieger bereits über seine Ligazugehörigkeit teilnahmeberechtigt ist, rückt der Finalgegner nach.

Erstmals ausgespielt wurde der Sachsenpokal 1990/91. Damals kämpften lediglich 12 Landesligisten und vier unterklassige Mannschaften um den Titel. In der Saison 2015/2016 waren es rekordverdächtige 90 Mannschaften, was die Attraktivität des Wettbewerbs widerspiegelt. Seit 2005 ist die vogtländische Wernesgrüner Brauerei Hauptsponsor und offizieller Namensgeber des Landespokalwettbewerbs.

Der Zuschauerrekord wurde am 27. März 2016 in Dresden aufgestellt, 24.956 Zuschauer fanden zum Halbfinale zwischen der SG Dynamo Dresden und dem FC Erzgebirge Aue den Weg ins Stadion (0:3). Rekordsieger ist der CFC mit acht Pokalsiegen bei 12 Finalteilnahmen. Von 2010 bis 2015 gelang es den Chemnitzern sogar sechsmal in Folge ins Finale einzuziehen. Die längste Titelserie halten jedoch der FC Erzgebirge Aue (2000-2002) und der FC Sachsen Leipzig (1993-1995) mit je drei Siegen in Serie.

Der Chemnitzer FC beim Jubel über den Pokalerfolg. Foto: Picture Point

Nach einer einjährigen Pause hat es der Chemnitzer FC wieder in den DFB-Pokal 2017/2018 geschafft. Nach einem knappen 2:1 Erfolg gegen den Regionalligisten 1. FC Lokomotive Leipzig verabschiedete sich CFC-Trainer Sven Köhler mit einem Titel.

Genau das ist es, was den Landespokal für die Vereine so attraktiv macht. Die Chance auf die große Bühne DFB-Pokal. Selbstverständlich gehört für die Underdogs auch etwas Losglück dazu und in den meisten Fällen setzen sich auch die Favoriten durch, aber dass es nicht unmöglich ist, zeigten in diesem Jahr drei Landesligisten und drei Vertreter aus den Landesklassen. Aus Sachsens höchster Spielklasse schafften es Grimma, Glauchau und Markkleeberg immerhin bis ins Achtelfinale und bekamen mit dem FC Blau-Weiß Leipzig, ESV Lok Zwickau und dem SV Oberland Spree sogar noch Gesellschaft aus den Landesklassen. Letztlich scheiterten zwar alle, haben den Favoriten aber alles abverlangt. Für den VfB Glauchau sah es nach einer 2:0 Führung lange nach einer Überraschung aus. Plauen mobilisierte aber die letzten Kräfte und kam zum Ausgleich. In der Verlängerung hatte der Oberligist den längeren Atem. Auch der FC Blau-Weiß Leipzig – frischgebackener Aufsteiger in die Landesklasse – verkaufte sich mit einem 0:3 gegen den Bischofswerdaer FV teuer. Und dass man einen Landesligisten nicht einfach im Vorbeigehen schlagen kann, bekam auch der FSV Zwickau zu spüren. Gastgeber Grimma agierte diszipliniert und hielt lange das 0:0-Unentschieden. Erst nach 10 Minuten in der zweiten Hälfte konnte die Mannschaft von Torsten Ziegner den Riegel durchbrechen und legte noch ein weiteres Tor nach. Standesgemäß und ohne Probleme wurden der Chemnitzer FC (8:0 Lok Zwickau vor 1.158 Zuschauern), die FSV Budissa Bautzen (4:0 Markkleeberg), der 1. FC Lokomotive Leipzig (11:2 Oberland Spree) und die BSG Chemie Leipzig ihren Favoritenrollen gerecht und schlugen ihre unterklassigen Gegner. Im Duell der Regionalligisten konnte der VfB Auerbach den FC Oberlausitz Neugersdorf bezwingen. Die Entscheidung fiel nach einem 1:1 nach 120 Minuten erst im Elfmeterschießen. Somit stand das Viertelfinale und die großen Überraschungen blieben letztlich aus.

Wie eng es zwischen den Viertelfinalisten (2 x 3. Liga | 3 x Regionalliga | 3 x Oberliga) tatsächlich zuging, offenbarte sich in den Spielen um den Einzug in die Halbfinale. Alle vier Begegnungen mussten in die Verlängerung. Einen wahren Kraftakt legten dabei die Budissen hin. Gegen den Chemnitzer FC lag die Mannschaft von Reimund Linkert nach 45 Minuten schon mit 0:2 im Hintertreffen und auf der eisigen Müllerwiese glaubte wohl keiner mehr an ein Comeback – vor allem in Anbetracht der katastrophalen Regionalligasaison. Doch es sollte anders kommen. Die 600 Zuschauer durften sich auf eine erwärmende Schlussphase freuen. Zwölf Minuten vor dem Schlusspfiff drückte der eingewechselte Hänsch den Ball per Kopf zum Anschlusstreffer über die Linie und nur fünf Minuten später jagte Martin Kolan das Spielgerät aus 20 Metern in die Maschen. Verlängerung. Und als ob das noch nicht des Guten genug war, netzte Josef Nemec in der Verlängerung zum 3:2 für die Hausherren. Normalerweise sah das ganz nach einem Todesstoß für den CFC aus. Doch Torjäger Anton Fink wiederlegte auch das und traf für die Chemnitzer zum Ausgleich (111.). Als im Elfmeterschießen Paul Milde gleich im ersten Versuch für Bautzen an der Latte scheiterte, Daniel Frahn per Panenka verwandelte und Kunz den zweiten Versuch von Hänsch hielt, ahnte der Bautzner Anhang Schlimmes. Die restlichen Chemnitzer trafen sicher und das verrückte Spiel hatte am Ende einen glücklichen Sieger. Die 1.650 Zuschauer in Auerbach mussten im Spiel gegen den FSV Zwickau lange auf Tore warten. Erst in der 87. Minute traf der eingewechselte Ronny König für den Drittligisten zur Führung. Die gefühlte Vorentscheidung glich Stanley Ratifo aber mit dem Schlusspfiff aus. Als in der 108. Minute Toni Wachsmuth per Foulelfmeter aber die erneute Führung für Zwickau erzielte, konnte der VfB nicht mehr zurückschlagen. Das Duell der Oberligisten entschied der Bischofswerdaer FV für sich. Nach der regulären Spielzeit stand es zwischen beiden Mannschaften 1:1 und zwei Minuten vor dem Ende der Verlängerung drehte der eingewechselte Cornelius Dries die Partie zugunsten des BFV 08. Ein Oberligist stand somit als Halbfinalist fest. Die BSG Chemie Leipzig, der dritte Vertreter und Tabellenführer aus der Oberliga Süd, trat zum Stadtderby gegen die Loksche an. Das brisante Duell der Erzrivalen hatte im Vorfeld einigen Sicherheitsbeauftragten Sorgenfalten auf die Stirn getrieben. Dank eines großen Polizeiaufgebotes verlief die gesamte Veranstaltung aber ohne Vorkommnisse und hitzig wurde es nur auf dem Platz. In einem umkämpften Spiel blieben große Torchancen überwiegend Mangelware. Die gut organisierten Abwehrreihen ließen wenig zu. In der stärksten Phase von Lok musste Steffen Fritzsch aufgrund eines Fouls vorzeitig zum Duschen und die Probstheidaer brauchten gut 10 Minuten, um den Platzverweis zu verdauen. In der regulären Spielzeit sollte aber kein Treffer mehr fallen. In die Verlängerung startete die Mannschaft von Dietmar Demuth mit mehr Schwung und ließ zum Teil hochkarätige Chancen aus. Drei Minuten vor dem Elfmeterschießen nahm Loks Watahiki nochmal all seinen Mut zusammen und beförderte die Kugel aus 20 Metern zur Entscheidung.

Weniger erfreulich verlief die Partie zwischen dem Bischofswerdaer FV und dem 1. FC Lokomotive Leipzig im Halbfinale. Die sehr gute Leistung der Gastgeber wurde von Ausschreitungen rund um das Spiel überschattet. Pyrotechnik, Randale und ein versuchter Platzsturm führte nach Angaben der Polizei zu sieben verletzten Personen. Die aufopferungsvoll kämpfende Heimelf hatte den Regionalligisten nach 120 Minuten ins Elfmeterschießen gezwungen, zeigte da aber Nerven. Lok-Keeper Kirsten parierte einen Elfer und Brügmann machte als fünfter Schütze das Finale perfekt. Im zweiten Halbfinale gab es das Duell der Drittligisten zwischen Chemnitz und Zwickau. Der CFC nutze dabei seinen Heimvorteil und buchte mit einem 2:1 Erfolg vor 7.725 Zuschauern das Final-Ticket. Bereits in der 10. Minute traf Jopek sehenswert zur Führung und es dauerte bis zur 85. Minute, ehe sich die Westsachsen für den Aufwand belohnten. Ronny König war per Kopf zur Stelle und erzielte den Ausgleich. Die Entscheidung fiel schon nach drei Minuten in der Verlängerung. Nach einem Eckball reagierte Dennis Mast am schnellsten und traf zur erneuten Führung für den CFC. Zwickau konnte nicht mehr zurückschlagen.

Im Endspiel hieß das Duell also 1. FC Lokomotive Leipzig gegen Chemnitzer FC – Regionalliga gegen 3. Liga. Dabei sollte Daniel Frahn beim letzten Spiel von CFC-Trainer Sven Köhler zum Matchwinner werden. Im ausverkauften Bruno-Plache-Stadion drängten sich 6.800 Zuschauer und sahen eine chancenarme Anfangsphase, in der die „Loksche“ gehemmt wirkte. Nach 20 Minuten landete der Ball bei Daniel Frahn am linken Strafraumeck. Im Stile eines Torjägers zog Frahn in die Mitte und versenkte die Kugel zum 1:0 für die Gäste. Lok zeigte sich wenig geschockt und konnte nur kurze Zeit später zurückschlagen. Alex Bittroff verlor den Ball an Felix Brügmann und Paul Schinke bestrafte den Fehler schließlich eiskalt. In der Folge behielt der CFC das Heft in der Hand und Lok setzte auf Konter. 20 Minuten vor dem Ende stand Frahn genau da, wo ein Torjäger stehen muss. Den ersten Versuch von Florian Hansch aus sieben Metern konnte Kirsten noch parieren, war aber nach dem Querpass auf Frahn machtlos. Mit Ziane und Hofmann reagierte Lok-Trainer Scholz zwar nochmal mit zwei frischen Offensivkräften auf den Rückstand, der Ausgleich sollte aber nicht mehr gelingen. Der Chemnitzer FC zieht nach einer einjährigen Pause wieder in den DFB-Pokal ein.