Die Mitgliederzahlen des SFV und seiner 13 Stadt- und Kreisfußballverbände sind auf einem neuen Rekordhoch. Die rund 860 sächsischen Vereine bieten für 188.278 Mitglieder das größte Angebot an Bewegungsförderung im Freistaat, Stand 31. Dezember 2024. Es ist kein neuer Trend, denn seit der Gründung am 6. Oktober 1990 entwickeln sich die Mitgliederzahlen nur in eine Richtung. Allein in den letzten fünf Jahren kamen knapp 30.000 Mitglieder in den Fußballabteilungen hinzu. Im Vergleich zu 2013 sind das fast 50.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mehr. Die Zahlen unterstreichen den hohen Stellenwert des Amateurfußballs im Freistaat und sind Ergebnis der ausgezeichneten Arbeit in den Vereinen.
SFV-Präsident Hermann Winkler: „Ein besonderer Dank gilt den vielen Ehrenamtlichen in Verbänden und Vereinen, die eine solche Entwicklung ermöglichen, selbst in dieser aufgewühlten Zeit, die auch vor Sporthallen und Stadien nicht Halt macht. Mit Blick auf die Sportinfrastruktur mache ich mir allerdings Sorgen und hier braucht es dringend Unterstützung. In den Ballungszentren fehlt es an Platz für den Mitgliederzuwachs, der Sanierungsbedarf ist ungebrochen hoch und Vereine kommen an ihre Kapazitätsgrenzen. Noch mehr sorgen mich die Haushaltskürzungen des Bundes und der Sparkurs des Freistaats. Ein fatales Zeichen und ein Schlag ins Gesicht aller Ehrenamtlichen, die in den Vereinen auch für die Betreibung der Sportstätten verantwortlich sind. Die leichten Steigerungen zur Förderung der Integration und Inklusion verpuffen, wenn es keine passende Sportinfrastruktur gibt, um diese Programme umzusetzen.“
Bis auf wenige Ausnahmen haben alle Kreis- und Stadtfußballverbände gegenüber 2024 zugelegt. Insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen verzeichnen alle 13 Kreise ein Plus von insgesamt knapp 4.000. Die größten Steigerungen erzielten der Stadtverband Fußball Dresden, der Fußballverband Stadt Leipzig und der Kreisverband Fußball Mittelsachsen.
DFB-Mitgliederstatistik: Mehr Schiris, mehr Qualifizierte und Rekord zum Jubiläum
Der deutsche Fußball wird jünger und weiblicher. Auch der positive Trend bei den Schiris sowie den Qualifizierungsangeboten des DFB und seiner 21 Landesverbände setzt sich fort. Das zeigt die offizielle DFB-Mitgliederstatistik der Saison 2024/2025.
Erstmals in seiner 125 Jahre langen Geschichte verzeichnet der DFB mehr als acht Millionen Mitgliedschaften in den fast 24.000 Vereinen, die unter seinem Dach organisiert sind. Das bedeutet ein Plus von 3,86 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Den stärksten prozentualen Zuwachs bei den Mitgliedschaften gibt es bei den Mädchen bis 16 Jahren (9 Prozent). Seit 2021 hat der deutsche Fußball fast eine Million Mitgliedschaften dazugewonnen.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf sagt: „Es ist ein starkes Zeichen, dass der Fußball in Deutschland zum 125-jährigen Jubiläum des DFB an vielen Stellen weiter wächst. Das zeigt, wie attraktiv und vielfältig der Amateurfußball ist. Einige Zahlen deuten aber auch darauf hin, dass wir an der Basis offenkundig an Kapazitätsgrenzen stoßen. Daher setzen wir uns gegenüber der Politik weiter für geeignete Sportstätten für unsere Vereine ein. Hier sind wir vor allem unseren Kindern- und Jugendlichen verpflichtet. Die Vereine erweisen der Gesellschaft und unserem Gemeinwesen einen großen Dienst. Das ist in den aktuell bewegten Zeiten wichtiger denn je.“
Ronny Zimmermann, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, sagt: “Deutschland ist und bleibt eine Fußball-Nation. Mich freut vor allem die Entwicklung im Kinder- und Jugendfußball sowie die Rekordquote bei den Qualifizierungsangeboten des DFB und seiner Landesverbände. Der positive Trend bei den Schiris erschien noch vor wenigen Jahren unmöglich. Das große Interesse am Fußball erfordert viel Einsatz und ausgebildetes Personal innerhalb des Fußballsystems. Da wollen und müssen wir am Ball bleiben.“
Seit der Corona-Pandemie zeigt die Zahl der aktiven Spieler*innen in Deutschland nach oben. In der Saison 2024/2025 ist sie auf 2,38 Millionen gestiegen. Das liegt in erster Linie am Kinderfußball. Während die Zahl der erwachsenen Männer (von 966.299 auf 964.766) und Frauen (von 99.925 auf 99.879) im organisierten Spielbetrieb weitgehend stabil geblieben ist, zeigt die Entwicklung beim Nachwuchs nach oben. Insgesamt spielten im Vergleich zur Vorsaison 2,15 Prozent mehr Menschen in deutschen Vereinen Fußball.
Den stärksten Anstieg verzeichnete prozentual erneut der weibliche Bereich - mit einem Plus von zehn Prozent bei den gemeldeten Mädchenteams. Knapp 119.000 Mädchen bis 16 Jahren standen in der vergangenen Saison aktiv auf dem Platz – eine Steigerung um 7 Prozent. Die Kurve ist jedoch leicht abgeflacht nach dem Anstieg von 7,5 Prozent im Vorjahr. 868.00 Jungs bis 14 Jahre waren aktiv im Spielbetrieb am Ball (plus 4 Prozent). Im Altersbereich der 15- bis 18-Jährigen schnürten 327.000 Junioren (plus 1,5 Prozent) die Fußballschuhe.
Erfreulich: Die Entwicklung, die 2023 durch das Jahr der Schiris angestoßen wurde, setzt sich fort. Erstmals seit fast zehn Jahren waren in einer Saison wieder mehr als 60.000 Schiris aktiv - ein Plus von vier Prozent. Insgesamt leiteten sie knapp 1,4 Millionen Partien in 2024/2025. Der Anteil an weiblichen Referees liegt weiter bei 4,5 Prozent.
Bei den Erstregistrierungen wurde die Marke von 300.000 neuen Spieler*innen-Pässen im vierten Jahr in Serie erneut deutlich übertroffen (352.000). Die Zahl der im Spielbetrieb gemeldeten Mannschaften ist auch aufgrund zahlreicher Spielgemeinschaften seit Ende der Corona-Pandemie weiter angestiegen auf nun mehr als 140.000. Im Gegenzug sank die Zahl der Vereine geringfügig und liegt erstmals unter der Marke von 24.000 (23.868).
Die Qualifizierung von Trainer*innen und Vereinsmitarbeiter*innen bleibt eine der zentralen Aufgaben des DFB und seiner Landesverbände. In der Saison 2024/2025 wurden fast 24.000 Menschen lizenziert oder zertifiziert, was einen neuen Rekord und ein Plus von 30 Prozent zum Vorjahr bedeutet. Vor allem die im Rahmen des Masterplans Amateurfußball eingeführten niedrigschwelligen Angebote wie der DFB-Basis-Coach mit 7.261 abgeschlossenen Ausbildungen (Steigerung zum Vorjahr um 136 Prozent) oder das mehr als 5.000-mal vergebene Kindertrainer*innen-Zertifikat erfreuen sich großer Beliebtheit. Die C-Lizenz wurde mehr als 6.600-mal vergeben – eine Steigerung um 27,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.