Ziane nagelt Pokal in Leipzig fest

Mit einem verdienten 1:0-Erfolg gegen den Chemnitzer FC feiert der 1. FC Lokomotive Leipzig den Einzug in die 1. Runde des DFB-Pokals und darf sich als erste Mannschaft den neuen Sachsenpokal in die Vitrine stellen.

Sieger Wernesgrüner Sachsenpokal 2020/2021: 1. FC Lokomotive Leipzig © Alexander Rabe

Sieger Wernesgrüner Sachsenpokal 2020/2021: 1. FC Lokomotive Leipzig © Alexander Rabe

111 Minuten dauerte es bis zur Entscheidung im Endspiel um den Wernesgrüner Sachsenpokal zwischen dem 1. FC Lokomotive Leipzig und dem Chemnitzer FC. Djamal Ziane holte einen langen Diagonalball mit der Brust aus der Luft, setzte sich gegen die Chemnitzer Defensive durch und nagelte die Kugel aus 20 Metern in den Maschen. Traumtor.

Schon zuvor ließ die Loksche beste Chancen ungenutzt und selbst die Gelb-Rote-Karte in der 72. Minute für Leon Heynke konnte den Willen der Mannschaft von Almedin Civa nicht brechen. Immer wieder brachten die Blau-Gelben aufopferungsvoll einen Fuß dazwischen und peitschten sich gegenseitig an. Zwar tauchte auch der CFC immer mal wieder vor dem Gehäuse der Leipziger auf, doch der letzte Biss hat fehlte.

Für den 1. FC Lokomotive Leipzig endet damit eine lange Durststrecke. Noch nie haben die Probstheidaer den Sachsenpokal in der jüngeren Geschichte gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!


Bei der Pressekonferenz mit den beiden Trainern Almedin Civa und Daniel Berlinski am Donnerstagnachmittag wurde die Spannung rund um das Duell der beiden Regionalligisten spürbar. CFC-Chefcoach Berlinski sieht seine Mannschaft nach monatelanger Trainingsphase und dem sensationellen Sieg gegen den FSV Zwickau bestens auf das Finale vorbereitet. Bei der Frage nach einem Favoriten legt sich der 35-jährige aber nicht fest und erwartet eine packende Partie auf Augenhöhe.

Der 1. FC Lokomotive Leipzig sehnt sich nach dem Titel und einem Autritt im DFB-Pokal .Lok-Coach Almedin Civa bringt mit 9 Finalteilnahmen (6 Siege) zumindest auf der Trainerbank die notwendige Erfahrung mit. Der sympathische Bosnier machte nochmal deutlich, wie viel dieser Titel dem ganzen Verein bedeuten würde. Seine Mannschaft "brennt auf das Endspiel.". Im Training müsse er teilweise sogar etwas bremsen.

Ab 14 Uhr berichtet der MDR live im TV und Stream.

+++ Livestream +++

Enthüllung des neuen Sachsenpokals

Der Höhepunkt der Pressekonferenz war aber zweifelsohne die Präsentation des neuen Sachsenpokals. Bisher fristete der Pokal ja eher ein Schattendasein und die Geschichten reichten von Glaspokalen, die schon den Weg zum Finale nicht überstanden, über Pokale aus Serienproduktionen und die „Wippe“ im letzten Jahr war nur die Spitze des Eisbergs. Dringender Handlungsbedarf!

Die Ideen und Entwürfe von Social Media Managerin Luise Böttger aus dem SFV-Pressebüro setzte die Bronzebildgießerei Bert Noack aus Leipzig um und präsentierte den 13,2 Kg schweren und 45 cm hohen Pokal der Öffentlichkeit mit großem Stolz. Weitere Details zur jungen Geschichte des Pokals gibt es nach dem Finale.

1. FC Lokomotive Leipzig - SG Dynamo Dresden | 19. Mai 2021 15:30 Uhr | 4:0

Dabei war der deutliche und hochverdiente Sieg der Mannschaft von Almedin Civa zu keinem Zeitpunkt des Spiels in Gefahr. Schon kurz nach Anpfiff setzte sich Ziane robust gegen die junge Dynamo-Defensive durch und traf nach einer Minute zur 1:0-Führung. Auch das zweite Tor markierte Djamal Ziane (28.) und die Führung hätte schon in der ersten Hälfte durchaus höher ausfallen können. Die junge Dynamo-Elf, betreut von Heiko Scholz, konnte kaum für Entlastung sorgen.

Als Sascha Pfeffer mit der ersten Aktion in Halbzeit zwei vom Punkt das 3:0 markierte, war der Deckel endgültig drauf. Kurz vor dem Schlusspfiff schloss der Ex-Dynamo Pfeffer eine starke Einzelaktion zum 4:0 Endstand ab. Für die Schwarz-Gelben Talente aus der Dresdner-Kaderschmiede war der Ausflug nach Leipzig eine kleine Lehrstunde.

+++ Alle Tore des Spiels +++

Am 29. Mai kommt es nun zu einer Neuauflage des Endspiels aus der Saison 2016/2017, das die Probstheidaer mit 1:2 gegen den CFC verloren. Ausgetragen wird das Finale auf dem Gelände der Sportschule „Egidius Braun“.

CFC mit Herz | Dynamo souverän

15 Uhr | Chemnitzer FC - FSV Zwickau 3:2 (0:2)

In der ersten Hälfte entwickelte der Drittligist aus Zwickau deutlich mehr Zug zum Tor als der Chemnitzer FC und kam nach einer guten halben Stunde zur verdienten Führung. In typischer Manier vollendete Ronny König aus Mittelstürmerposition einen guten Angriff des FSV und nur wenige Minuten später verwandelte Schröter einen Elfmeter zum 2:0, der laut Schiri-Beobachter Harald Schenk unzweifelhaft war. Den Chemnitzern merkte man die fehlende Spielpraxis an.

In der Pausenansprache hat CFC-Trainer Berlinski aber offensichtlich die richtigen Worte gefunden. Kurz nach Wiederanpfiff schloss Campulka einen mustergültigen Angriff zum 1:2 Anschlusstreffer ab und setzte so neu Kräfte frei. Die Gäste verpassten es im Anschluss die Partie wieder zu ihren Gunsten zu drehen und mussten 10 Minuten vor dem Ende den Ausgleich durch Müller hinnehmen, der nach einer Standardsituation per Kopf zur stelle war. Ein Wirkungstreffer für den FSV, der in der Defensive die Ordnung verlor. Als Ogbidi für den Rekordpokalsieger zum 3:2 traf, lagen Freude auf der einen und Enttäuschung auf der anderen Seite ganz nah beieinander. Für CFC-Trainer Berlinski das zweite Finale in Serie.

18 Uhr | SG Dynamo Dresden - Bischofswerdaer FV 08 | 2:0 (0:0)

Beide Mannschaften lieferten eine durchaus ansehnliche erste Halbzeit ab, in der die zweite Garnitur der SG Dynamo Dresden beste Chancen liegen ließ und die Gäste vom Bischofswerdaer FV eine clevere Leistung an den Tag legten, mit der sie den Spielaufbau der jungen Dynamos immer wieder störten. Mit etwas Glück aus Sicht der Gäste ging es mit 0:0 in die Pause.

Auch in der 2. Halbzeit störte die Mannschaft von Erik Schmidt fleißig weiter und in den entscheidenden Situationen fehlte Dynamo die Präzision oder BFV-Keeper Schneider war zur Stelle. Letztlich führte eine Ecke zur verdienten Führung für den Favoriten. Immer wieder sorgten die SGD-Standards für Gefahr und in der 78. Minute war Pascal Sohm zur Stelle. In der Schlussphase machte Königsdörffer den Deckel drauf.


Mit zwei knappen 1:0-Siegen haben sich der FSV Zwickau und der Chemnitzer FC im Viertelfinale um den Wernesgrüner Sachsenpokal durchgesetzt und treffen im Halbfinale nun direkt aufeinander. Eine Neuauflage des Finals aus der Saison 2018/2019, das der CFC vor mehr als 11.600 Zuschauern mit 2:0 gewann.

Die Schwäne haben sich am Tag der Arbeit gegen eine starke Leutzscher Mannschaft mit 1:0 durchgesetzt, die trotz fehlender Wettkampfpraxis den Zwickauern einen angemessenen Pokalfight lieferte. Nur durch eine Standardsituation und dem anschließenden Kopfballtreffer von Felix Drinkuth konnte die BSG-Defensive bezwungen werden. Die Gastgeber hätten durch Morgan Fassbender sogar selbst in Führung gehen können. Am Ende triumphierte aber doch der Drittligist, der sich das Halbfinale hart erarbeiten musste.

Auch der Rekordpokalsieger aus Chemnitz brauchte einen ruhenden Ball für den goldenen Treffer gegen den VfB Auerbach. Kurz vor der Pause nickte Lukas Aigner am langen Pfosten den Ball zur himmelblauen Führung ein und sollte damit auch der Matchwinner bleiben. Der VfB investierte zwar viel, nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Marc-Philipp Zimmermann (22.) fehlte den Vogtländern jedoch die notwendige Offensiv-Power für einen eigenen Treffer.

Von Alexander Rabe