SC 1911 Großröhrsdorf leistet Beitrag für neues DFB-Projekt

Alle 21 Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes folgten dem Aufruf, ein neues Projekt zu unterstützen. Mit dem Projekt „Zertifizierung von Vereinen“ möchte der DFB eine zusätzliche Unterstützung für den Amateurfußball schaffen.

V.l.n.r.: Tom Prager (SFV), Erik Ebert (Vizepräsident SC 1911 Großröhrsdorf), Gojko Sinde (WFV), Peter Frymuth (DFB) @ Micha Zimmermann/picture-alliance/DFB

Aus jedem Landesverband wurde jeweils ein Verein ausgewählt, um diese Initiative aktiv zu begleiten und bei der Einführung mitzuwirken. Ziel dieses Probelaufs war es, durch die beteiligten Vereine praxisnahes Feedback und konkrete Impulse für die Weiterentwicklung des Projekts zu erhalten.

Im Mai 2025 erreichte uns eine E-Mail von Gojko Sinde, dem Geschäftsführer des Westlausitzer Fußballverbandes (WFV). Darin rief er zur Beteiligung an einer besonderen Initiative auf.

Nach kurzem Überlegen war für mich schnell klar, dass sich hier eine einmalige Chance für unseren Verein bietet. Solche Möglichkeiten bekommt man nicht alle Tage. Deshalb stand meine Entscheidung rasch fest: Wir nutzen diese Gelegenheit und bringen uns aktiv ein.

Nach meiner erfolgreichen Zusage begann die eigentliche Arbeit. Insgesamt mussten 29 Basiskriterien sowie sechs zusätzliche Aufgaben erfüllt werden. Einige Anforderungen ließen sich vergleichsweise schnell umsetzen, da die notwendigen Strukturen in unserem Verein bereits vorhanden waren.

Zwischendurch geriet das Projekt zwar leicht ins Stocken, doch wir konnten uns jederzeit auf Unterstützung verlassen. Clubberater Gojko Sinde stand mir ebenso mit Rat und Tat zur Seite wie der Vertreter unseres Landesverbandes, Tom Prager vom Sächsischen Fußball-Verband (SFV). Diese enge Begleitung war eine große Hilfe und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir Schritt für Schritt vorangekommen sind. Nach rund 100 Stunden intensiver Arbeit, verbunden mit einigen langen Nächten, waren schließlich alle Aufgaben erfüllt. Der Aufwand war nicht zu unterschätzen, doch das gemeinsame Engagement und der feste Wille, dieses Ziel zu erreichen, haben sich am Ende ausgezahlt.

Vom 20. bis 21. Februar stand auf dem DFB-Campus in Frankfurt ein Workshop auf dem Programm, in dem unsere geleistete Arbeit bewertet, diskutiert und gegebenenfalls noch verbessert werden sollte. Somit machte ich mich gemeinsam mit Gojko Sinde am Freitagmorgen auf den Weg. Angekommen trafen wir Hermann Winkler, den SFV-Präsidenten, der zugleich Präsident des NOFV und Vize-Präsident des DFB ist. Wir unterhielten uns ausführlich über seine bisherigen Besuche in Großröhrsdorf sowie über die Ziele dieses Projektes.

Gemeinsam mit den 21 teilnehmenden Vereinen, ebenso vielen Clubberatern und den jeweiligen Landesvertretern sammelten wir an diesen zwei Tagen alle relevanten Themen, ordneten sie nach ihrer Wichtigkeit und erstellten so eine fundierte Grundlage für den DFB, damit das Projekt offiziell starten kann. Bis dahin haben wir dem DFB jedoch noch ausreichend Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben, sodass auch sie noch einige Punkte zu bearbeiten haben, bevor das Projekt offiziell starten kann.

Bevor Vize-Präsident Peter Frymuth am Sonntag als Ziehungsleiter die Halbfinalpaarungen des DFB-Pokals begleitete, nahm er sich am Samstag noch die Zeit, um sich bei allen Teilnehmern herzlich zu bedanken. Jeder teilnehmende Verein erhielt eine Urkunde, einen gefüllten Ballsack sowie einen eigens angefertigten Wimpel als Anerkennung für das Engagement und die geleistete Arbeit.

Was haben wir nun davon? Von rund 24.000 gelisteten Vereinen in Deutschland und etwa 860 Vereinen in Sachsen wurden nur 21 ausgewählt – und wir gehörten dazu. Die Arbeit war zwar intensiv, doch schnell zeigte sich, dass wir bereits jetzt in vielerlei Hinsicht hervorragend aufgestellt sind.

Ziel dieses Programms war es und wird es auch in Zukunft sein, interne Abläufe zu beleuchten, Verantwortlichkeiten klarer zu strukturieren und langfristig verlässliche Grundlagen für unsere Arbeit zu schaffen. Unser Verein ist finanziell, sportlich und strukturell gut aufgestellt.

In der nächsten Zeit werden wir noch Aufgaben umsetzen, die bisher nicht im Fokus standen. Ein zentraler Punkt wird dabei die Erstellung eines Kinder- und Jugendschutzkonzepts sein, um die Sicherheit und Förderung unserer jungen Mitglieder weiter zu verbessern.

Ich möchte mich herzlich bei Gojko Sinde (WFV) und Tom Prager (SFV) für ihre großartige Unterstützung bedanken. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung und stolz, dass ich an einem so bedeutenden Thema mitarbeiten durfte.

Von Erik Ebert