Aus- und Fortbildungen bleiben zentrales Zukunftsthema im sächsischen Fußball

Ziele für die Qualifizierung: bedarfsgerecht, praxisnah und regional

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Die sächsischen Fußballvereine haben sich mit großem Interesse an der aktuellen Vereinsumfrage des Sächsischen Fußball-Verbandes zum Thema Qualifizierung im Sächsischen Fußball-Verband beteiligt. Insgesamt nahmen 435 Personen aus 209 Vereinen an der Befragung teil. Ziel dieser Umfrage war es, die Qualifizierungsangebote für die nächste Legislatur an den Bedarfen und Bedürfnissen der jeweiligen Zielgruppe auszurichten. Erfreulicherweise konnten wir Rückmeldungen aus allen Kreis- und Stadtverbänden aufnehmen, so dass ein guter Gesamteindruck für ganz Sachsen gewonnen werden konnte. „Dies ist eine tolle Beteiligung und zeigt das hohe Interesse am Thema Qualifizierung im sächsischen Fußball“, so der Ausschussvorsitzende für Qualifizierung und Vereinsberatung, Marcus Danz. „Die Rückmeldung aus den Vereinen ist wichtig für unsere weitere Ausrichtung der Qualifizierungsangebote in den nächsten Jahren. Von daher vielen Dank an all Jene, die uns eine Rückmeldung hierzu gegeben haben.“ 

Die Ergebnisse zeigen klar: Die Trainerqualifizierung bleibt DAS ZUKUNFTSTHEMA im sächsischen Fußball.

Breite Basis – hoher Qualifizierungsbedarf

73 % der befragten Vereine verfügen über sechs oder mehr Mannschaften, 38 Prozent der Befragten sogar über zehn oder mehr Teams. Diese breite Vereinsbasis verdeutlicht die Bedeutung qualifizierter Trainerinnen und Trainer für den nachhaltigen Trainings- und Spielbetrieb. Zugleich sehen nahezu 90 Prozent der Vereine einen mittleren bis sehr hohen Qualifizierungsbedarf. 

Besonders stark ist dieser im Bereich der C‑Lizenz ausgeprägt – vor allem im Profil Jugend (41 %) und Profil Kinder (30 %). Auch für die B‑Lizenz bestehen deutliche Bedarfe - 28% im Jugendprofil und 14% im Erwachsenenprofil. Darüber hinaus meldeten 63 Vereine konkretes Interesse an der Ausbildung zum Torwarttrainer‑Basis‑Coach.

Was wird präferiert - Themen, Formate und Durchführung?

Fortbildungen zum Thema Kinderfußball und Jugendfußball stehen besonders hoch im Kurs. Bezüglich der Durchführungszeiten bevorzugen 38 % Fortbildungen unter der Woche am Abend, 26% hingegen samstags. Das bevorzugte Lernformat ist mit 47 % das Blended‑Learning-Format. Die Teilnehmenden schätzen hierbei insbesondere die Flexibilität und die sinnvolle Kombination aus Wissensvermittlung in Online- und Präsenzphasen. Auch beim Veranstaltungsort zeigen sich klare Wünsche: 48 % der Befragten bevorzugen Lehrgänge im eigenen Kreis, um kurze Wege und einfache Organisation zu gewährleisten.

Die Ergebnisse auf einen Blick:

Hohe Bereitschaft zur Qualifizierung

Mit knapp 30% müssen die Vereine im Kinder- und Jugendfußball eine noch recht hohe Unterdeckung an qualifizierten Trainerinnen und Trainer konstatieren. Dennoch: Mehr als die Hälfte der Vereine plant, zwei bis drei Personen zu Einstiegsqualifikationen zu entsenden, weitere 18 % sogar vier bis fünf Trainerinnen und Trainer aus dem Heimatverein Diese Zahlen belegen die große Bereitschaft, aktiv in die Trainerausbildung und damit in die Trainingsqualität zu investieren.

Zeit & Verfügbarkeit als größter Gegner der Qualifizierung

43 % der Befragten gaben an, dass die Ressource Zeit & persönliche Verfügbarkeit der größte Hinderungsgrund ist, um an Qualifizierungsmaßnahmen teilzunehmen. Weitere Hinderungsgründe hierbei können die Entfernung (19 % der Befragten) und die persönliche Motivationslage (16 % der Befragten) sein. Sinnvolle Instrumente, um diesen Hinderungsgründen entgegenzuwirken sind aus Vereinssicht, mehr wohnortnahe Angebote, flexible Zeiten und finanzielle Förderungen.

Trends in der überfachlichen Qualifizierung

Auf Rang 1 im Bereich der überfachlichen Qualifizierung rangiert das Themenfeld Finanzen/Fördermittel & Sponsoring – über 60 % der Befragten Vereinsvertreter sehen hier einen Qualifizierungsbedarf. Auf den weiteren Plätzen folgen die Themen Ehrenamt und Kinderschutz. Zwar haben bereits 46 % der Befragten ein Kinderschutzkonzept. Dennoch sehen hier über 50 % weiteren Qualifizierungsbedarf.

Auch mit jeweils ca. 50 % sehen die Befragten Bedarfe in den Themenfeldern Öffentlichkeitsarbeit/Social Media; Vereinsrecht/Satzung; DFBnet und Digitalisierung sowie in der Schiedsrichtergewinnung. Bezüglich der Formate wird sehr deutlich, dass die Befragten in diesem Qualifizierungsbereich Onlineformate stark priorisieren.

Ausblick

Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die strategische Weiterentwicklung der Qualifizierungsangebote im SFV. Künftig sollen noch stärker bedarfsgerechte, praxisnahe und regionale Angebote geschaffen werden, um die Vereine noch besser bei der Qualifizierung ihres Personals zu unterstützen. 

Von Tom Prager