Gäste trotzen Herbstwetter

Als sich Hermann Winkler am Freitagabend das Mikrofon schnappte, um die rund 250 Gäste des Sommerempfangs in seinem "Wohnzimmer" in Abtnaundorf zu begrüßen, meinte es das Wetter gerade gut. Das war zwar nicht über die gesamte Zeit des beliebten Events an der Sportschule "Egidius Braun" der Fall, die Stimmung trübte das jedoch keineswegs.

© SFV

Mit einem All-Star-Spiel nach der offiziellen Begrüßung hätte der Auftakt nicht sportlicher sein können. Die beiden Teammanager Lutz Lindemann und Ralf Rangnick konnten dabei aus dem Vollen schöpfen und ehemalige Fußballgrößen wie René Adler, Tomislav Piplica, Jörg Emmerich, Jan Seifert, Holm Pinder, Toni Wachsmuth & Co. für ihre Matchpläne auf den Platz schicken. Ein gerechtes 3:3-Unentschieden stimmte am Ende alle zufrieden.

Traditionell werden beim Sommerempfang alle Landesmeister geehrt und kommen dabei mit Prominenz aus Sport, Wirtschaft, Medien und Politik zum Netzwerken zusammen. Der Ansatz war in diesem Jahr allerdings ein anderer. Meister gab es aufgrund der abgebrochenen Wettbewerbe keine zu ehren und auch Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik suchte man auf dem Festplatz vergeblich. "In diesem Jahr geht es uns vor allen um Anerkennung und Wertschätzung der sächsischen Vereine mit ihren vielen Ehrenamtlichen, die während der Corona-Pandemie durchgehalten und trotz der übertriebenen Auflagen für den Sport unseren Kindern und Jugendlichen immer versucht haben, Bewegungsangebote zu unterbreiten. Und als Verband sind wir gemäß unserer Satzung schon zu politisch neutralem Handeln verpflichtet. Diesem Auftrag werden wir heute im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen gerecht. Außerdem hat uns die Politik in der schweren Zeit der Pandemie im Stich gelassen, was übrigens auf den gesamten Sport zutrifft," sagte SFV-Präsident Hermann Winkler.

Durch den Abend führte Guido Schäfer in gewohnter Art. Der LVZ-Chefreporter arrangierte kurzerhand die Versteigerung des Trikots von René Adler. Der Leipziger Gastronom Mauro Bartolini vom Restaurant Don Camillo & Peppone erhielt den Zuschlag für 500 € und leitete den Betrag gleich an seinen Banknachbarn Ralf Rangnick für seine Stiftung weiter. Im Verlauf holte sich Guido Schäfer dann immer wieder prominente Gäste für kurze Interviews an die Seite. So plauderte Maika Fischer über ihr Wirken als Teammanagerin der Frauen-Nationalmannschaft und auch René Adler stand Schäfer nochmal Rede und Antwort. Als letzter offizieller Punkt auf dem Ablaufplan standen die Auszeichnungen der Fair Play- und Solidaritätsgeste, bei der Guido Schäfer das Fehlen seiner Lesebrille nicht vertuschen konnte - kleiner Abzug in der B-Note.

SOLIDARITÄTSGESTE | FAIR PLAY-SIEGER DES JAHRES

Sport trifft Kunst! Der Gewinner der Solidaritätsgeste 2021 war Andreas Theil vom SV Sternburg Lützschena-Stahmeln. Diese Auszeichnung wurde zu Beginn der Corona-Pandemie ins Leben gerufen, um Aktionen wie diese zu würdigen. Zum Jahresbeginn 2021 fackelte der Abteilungsleiter nicht lange und stellte die Sporthalle des Vereins kurzerhand für ein Kunstprojekt zur Verfügung. Aber das war natürlich nicht nur irgendein Kunstprojekt. Die 6x2 Meter große Malerei wurde für "Mission Lifeline" - einem Verein zur Rettung von Menschen in Seenot - aus Dresden angefertigt. Ohne die Unterstützung von Theil hätte Kunststudent Fabian Tietz sein Projekt nicht fertigstellen können, die Räumlichkeiten in der Universität Leipzig waren pandemiebedingt nicht nutzbar. 

Für die Fair Play-Geste der Saison 2020/2021 wurde Trainer Robert Hunger geehrt. Hunger, seines Zeichens Trainer der 1. Frauenmannschaft des FSV Motor Brand-Erbisdorf, erhielt die Ehrung aufgrund seines vorbildlichen Verhaltens nach einem nicht gegebenen Tor für die Gastmannschaft beim Kreisklassespiel gegen TuS Falke Rußdorf. Nach der klaren Schiedsrichterentscheidung, das Tor nicht zu zählen, zeigte Robert Hunger wahre Größe und bat den Schiedrichter darum, das Tor für die Gegnerinnen anzuerkennen. Eine tolle Geste und Grund genug für die TuS Falke Rußdorf Robert Hunger für den Fair Play Preis zu nominieren.

Von Alexander Rabe