Christiane Gotte ist Fair Play-Siegerin des Monats

In der Landesliga der Frauen läuft es für die SG Jößnitz noch nicht so berauschend. Mit drei Punkten stehen die Aufsteigerinnen am Ende der Tabelle. Eigentlich wird jeder Punkt gebraucht. Doch dafür den Fair Play-Gedanken aufgeben, kommt für Kapitänin Christiane Gotte nicht infrage.

Christiane Gotte (li.) von der SG Jößnitz wurde am Sonntag von SFV-Vizepräsident Christoph Kutschker für ihre Fair Play Geste ausgezeichnet. Foto: Lutz Kollmann

Die eigentliche Fair Play-Aktion, für die sich SFV-Vizepräsident Christoph Kutschker am letzten Sonntag auf den Weg nach Radebeul machte, liegt schon etwas zurück. Am 3. Spieltag der Frauen-Landesliga musste die SG Jößnitz zum FC Phoenix Leipzig. Dem unangefochtenen Staffelfavoriten. Jößnitz startete am 1. Spieltag mit einem 5:1-Erfolg gegen Radebeul ziemlich gut in die Landesliga. Heute, zwei Monate später, ist noch kein weiteres Pünktchen dazugekommen. Vermutlich rechneten die Jößnitzerinnen auch damals nicht mit einem Punktgewinn in Leipzig und hatten beim 0:12 auch nicht den Hauch einer Chance. Trotzdem geschah in der Anfangsphase der Partie etwas, für das die Jößnitz-Akteurin Christiane Gotte nun im Rahmen der Landesligapartie ihrer Mannschaft in Radebeul ausgezeichnet wurde.

Schiedsrichter Justin Reiche entschied kurz nach Anpfiff auf Elfmeter für Jößnitz, als Kapitänin Christiane Gotte im Strafraum zu Boden ging. Für Schiri Reiche eine klare Sache. Doch für SG-Spielerin Gotte war die Sache nicht so klar und anstatt die Kugel auf den Elfmeterpunkt zu legen, mit der klaren 1:0-Führung vor Augen, wies sie den Schiedsrichter auf die Fehlentscheidung hin. Denn Gotte wurde nicht gefoult, sondern blieb schlicht und ergreifend im Rasen hängen. Die Entscheidung nahm Reiche daraufhin zurück und von den Phoenix-Akteurinnen gab es Applaus. Nun könnte man bei der 0:12-Niederlage für Jößnitz meinen, dass es auf einen unberechtigten Elfmeter für die Gäste nicht angekommen wäre und nach dem Spiel womöglich kein Hahn danach gekräht hätte. Doch für Chrtistiane war es Ehrensache:

"Für mich stand sofort fest, dass es dafür keinen Strafstoß geben darf. Fair Play bedeutet für mich respektvoll und ehrlich mit dem Schiedsrichtern und den Gegenspielerinnen umzugehen. Außerdem ist es nicht nur im Fussball wichtig sondern in allen Lebenslagen. Der Fussball gibt mir aber die Möglichkeit, die Werte des Fair Play an andere weiterzugeben, sei es der eigenen Mannschaft, Zuschauern oder auch der gegnerischen Mannschaft. Fair Play sollte für jeden Spieler und jede Mannschaft eine Tugend sein."

Für die SG Jößnitz reichte es am letzten Sonntag in Radebeul zwar wieder nicht für einen Punktgewinn (1:2), dafür hatte SFV-Vizepräsident Christoph Kutschker als Anerkennung der Fair Play-Aktion aber einen Scheck in Höhe von 250,- € für die Jößnitzer Mannschaftskasse im Gepäck, den er vor dem Anpfiff Christiane Gotte überreichte. Auch er betonte noch einmal die Bedeutung von Fair Play Gesten: "Christiane Gotte hat mit ihrer Aktion gezeigt, dass es wichtigere Dinge als den sportlichen Erfolg gibt. Mit ihrer Entscheidung, den Schiedsrichter auf seine falsche Einschätzung hinzuweisen, hat sie beispielhaft gehandelt. Der respekvolle und faire Umgang miteinander sollte eine Selbstverständlichkeit sein." 

Wenn auch eine Fair Play-Aktion beobachtet habt, dann schickt uns einfach unser "Fair Play-Sieger des Monats" Formular ausgefüllt zurück.

[arab]