(Getty Images)

Schöner kann Fußball nicht sein: Fallrückzieher, Lupfer und die Direktabnahmen am Fließband - beim Beachsoccer geht’s spektakulär zu. Inzwischen ein echter Trendsport steigt auch im küstenfreien Sachsen die Beliebtheit dieser attraktiven Art des Fußballs immer mehr.

Mit dem zweifachen Deutschen Beachsoccer-Meister BST Chemnitz in seinen Reihen, will der Sächsische Fußball-Verband diese positive Entwicklung weiter vorantreiben und veranstaltet seit 2014 mit dem SFV Beachsoccer Cup eine offizielle Landesmeisterschaft mit Strandfeeling. Auf der neugebauten Beachsoccer-Anlage am Zwenkauer See hat die sächsische Beachsoccer-Bewegung seit 2015 auch eine feste Heimat.

Kicken im Sand

Beachsoccer macht vor allem Spaß - auch den Kids (Getty Images)

Grundsätzlich gibt es große Unterschiede zwischen Rasen- und Strandfußball. Zum Kicken auf Sand benötigt der Laie nicht viel: Vier Mitspieler, ein Spielfeld und das gegnerische Team. „Für die ersten Gehversuche benötigt man nicht zwingend ein Originalfeld, sondern kann die zahlreichen Beach-Volleyballfelder nutzen“, sagt der Trainer der deutschen Beachsoccer Nationalauswahl, Nils Böringschulte. Ein Spiel dauert nach FIFA-Regeln 3 x 12 Minuten. Es wird barfuß und ohne Schienbeinschoner gespielt. Dadurch gibt es weitaus weniger Körperkontakt als beim herkömmlichen Fußball. Zwei Schiedsrichter sorgen bei offiziellen Spielen dafür, dass auf dem engen Spielfeld (35 x 26m) nicht zu körperbetont agiert wird.

Technisch anspruchsvolles Spiel im Sand (Getty Images)

Die Unterschiede betreffen nicht nur das Regelwerk. Der Untergrund ist schwerer bespielbar und unberechenbar. Da der Ball oft in der Luft ist, kommt es vor allem auf die Technik an. Fallrückzieher, Lupfer und Direktabnahmen sind fester Bestandteil. Freistöße werden immer direkt ausgeführt, eine Mauer gibt es nicht.

Es geht also hin und her. Auch dem Torwart werden beim Beachsoccer neue Aufgaben zuteil: Er fungiert als Spielmacher und verteilt die Bälle auf seine Mitspieler. Ein geeignetes Mittel zum Erfolg sind lange Abwürfe, da der Torwart auch Rückpässe mit der Hand aufnehmen darf.

Das ist Beachsoccer

Deutsche Beachsoccer-Meisterschaft

In den Jahren 2013 und 2014 wurde jeweils zwischen den vier besten deutschen Teams der DFB-Beachsoccer-Cup in Warnemünde ausgespielt. BST Chemnitz holte bei beiden Turnieren den Titel nach Sachsen. Im Jahr 2015 wurde der Wettbewerb dann umbenannt. Sechs Mannschaften kämpften erstmals um die Deutsche Beachsoccer-Meisterschaft. In einem dramatischen Finale setzten sich die Rostocker Robben vor mehr als 2000 Zuschauern mit 7:6 nach Penaltyschießen gegen den BSC Ibbenbüren durch. Die Chemnitzer Titelverteidiger belegten in der Endabrechnung den dritten Platz. Auch 2016 waren die "üblichen Verdächtigen" wieder unter den letzten Vier. Die Jungs von BST Chemnitz mussten sich im Halbfinale mit 2:3 den Beach Royals Düsseldorf geschlagen geben und bezwangen im Spiel um Platz Drei die Rostocker Robben (3:2). Deutscher Meister wurde der Ibbenbürener BSC. Knapp aber verdient, gewannen die Niedersachsen mit 3:1 gegen Düsseldorf und holten sich damit neben dem Titel in der German Beach Soccer League auch zum ersten Mal die Deutsche Meisterschaft.

Die Qualifikation zur Deutschen Beachsoccer-Meisterschaft erfolgt über die German Beachsoccer League (Bundesliga). Die ersten drei Teams lösen das Ticket für das Endrundenturnier in Warnemünde. Neben dem BST Chemnitz startet mit SandBall Leipzig ein weiteres Team in der German Beachsoccer League.

Weitere drei Teams werden deutschlandweit über Regionalausscheide ermittelt. Der Sieger des SFV Beachsoccer Cups qualifiziert sich für die Regionalmeisterschaft Ost und spielt dort um die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft.